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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 84 mal aufgerufen
 Literarisches X-tett & Philosophisches
convulsive_flesh_machine Offline




Beiträge: 2.982

05.06.2007 12:33
Wo bin ich dann? antworten
ein gedankenexperiment:



stelle dir vor du gehst aus den und den gründen in ein physiklabor, in welchem hochmoderne gerätschaften betrieben werden. durch irgendeinen zufall kommt es zu einem zwischenfall. die maschinen geben merkwürdige geräusche von sich, überall blinkt und funkt es usw. und ehe du dich versiehst, findest du dich im selben labor nur in einer anderen zeit wieder. du stellst fest, daß du 3 stunden in die vergangenheit gereist bist.
du entscheidest dich nun, dein früheres ich zu warnen, so daß die zeitreise verhindert wird. nun meine frage, was passiert mit dir, wenn du dein früheres ich davon überzeugt hast, nicht ins labor zu gehen?





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thomas Offline




Beiträge: 1.458

05.06.2007 13:22
Wo bin ich dann? antworten
ein paradoxon???

nunja, eigentlich müsstest du ja dann aus der vergangenheit verschwinden, genau in dem moment, in welchem du dich selbst überzeugst, nicht ins labor zu gehen.
aber was ist dann beispielsweise mit den leuten, die dich auf dem weg ins labor gesehen haben?
es müsste ein paralleler zeitstrang entstehen. auf dem weg ins labor hat sich vielleicht eine junge frau in dich verliebt. du hast dein portemonaie verloren. whatever. auf dem weg ins labor hast du andere in welcher weise auch immer beeinflusst.
dieser parallele zeitstrang entsteht übrigens in dem moment, wo du auf dein früheres ich triffst, denn dieses weiss ja nun, was du nicht wusstest: ZEITREISEN SIND MÖGLICH!!!

convulsive_flesh_machine Offline




Beiträge: 2.982

05.06.2007 14:54
Wo bin ich dann? antworten
Zitat -
convulsive_flesh_machine schrieb am 05.06.2007 12:33:


ein paradoxon???

nunja, eigentlich müsstest du ja dann aus der vergangenheit verschwinden, genau in dem moment, in welchem du dich selbst überzeugst, nicht ins labor zu gehen.
aber was ist dann beispielsweise mit den leuten, die dich auf dem weg ins labor gesehen haben?
es müsste ein paralleler zeitstrang entstehen. auf dem weg ins labor hat sich vielleicht eine junge frau in dich verliebt. du hast dein portemonaie verloren. whatever. auf dem weg ins labor hast du andere in welcher weise auch immer beeinflusst.
dieser parallele zeitstrang entsteht übrigens in dem moment, wo du auf dein früheres ich triffst, denn dieses weiss ja nun, was du nicht wusstest: ZEITREISEN SIND MÖGLICH!!!











deine antwort finde ich plausibel. aber was meinst du mit "paralleler zeitstrang", wozu parallel? könntest du das erklären?

außerdem: wenn mein früheres ich nicht ins labor geht (ich mich also selbst überzeuge), dann dürfte es mich (als zeitreisenden) ja nie gegeben haben, weil ich ja nie ins labor gehe und den zeitsprung mache. ich hätte nie existiert. dann frage ich mich, ob mein früheres ich, sich an mich erinnern würde (gesetzt, daß ich in einer vorherigen zeitlinie den zeitspung vollzogen habe, wie oben beschrieben)? was ja auch paradox ist. denn wie kann ich mich an etwas erinnern, das es nie gegeben hat?





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thomas Offline




Beiträge: 1.458

05.06.2007 16:15
Wo bin ich dann? antworten
außerdem: wenn mein früheres ich nicht ins labor geht (ich mich also selbst überzeuge), dann dürfte es mich (als zeitreisenden) ja nie gegeben haben, weil ich ja nie ins labor gehe und den zeitsprung mache.

darum hab ich ja geschrieben, dass ich als zeitreisender in dem moment verschwinden müsste, in welchem ich mich in der vergangenheit davon überzeugt habe, nicht ins labor zu gehen.

paralleler zeitstrang:
stelle dir das geschehen als eine art zeitschiene vor. nun gehe ich drei stunden zurück und verändere etwas. deshalb ist das geschehene ja trotzdem geschehen, denn ich als zeitreisender weiss ja davon. vielleicht werde ich als zeitreisender mit mir selbst in der gegenwart gesehen, von anderen. was ist mit mir in der gegenwart? ich habe mich selbst als zeitreisenden gesehen. wer garantiert, dass alle anderen dinge, genauso geschehen, wie zu der zeit, als ich ins labor gegangen bin?
ich als zeitreisender kann nicht zurück in meine gegenwart, zu der zeit ja zukunft. ja genau! ich als zeitreisender würdest meine existenz verlieren müssen, wie ich oben schon gesagt habe, genau in dem moment, wo ich mich selbst davon überzeugt habe, nicht ins labor zu gehen.
ich versuche, das ganze von außen zu betrachten: nochmal von vorn: da ist die zeitschiene, wie aus den geschichtsbüchern. man geht ein stück zurück und verändert etwas. ich würde an diese stelle eine weiche in der zeitschiene sehen, denn es entsteht ja ein anderer verlauf. von dem natürlich nur der zeitreisende weiss. sonst ja eher niemand. aber genau dieser zeitreisende würde das ganze auf den kopf stellen, jedenfalls solange der zeitreisende von der zeitreise weiss.
in "zurück in die zukunft" wurde das mal thematisiert, ich weiss nicht mehr genau, wie, ist zulange her. klar war jedenfalls, dass michael j. fox in seiner rolle nicht zurück in seine eigentliche zeit reisen konnte, da er eztwas entscheidendes verändert hatte. ich glaube, er hätte nach der veränderung gar nicht existieren dürfen oder so.
dein beispiel ist da also noch recht einfach, aber stelle dir mal vor, du reist 29 jahre zurück, deine mutter verliebt sich unsterblich in dich und will von deinem vater gar nichts wissen. dann kannst du ja auch nicht zurückreisen, weil es dich ja nie gegeben hat. das meine ich mit paralleler zeitschiene.

wenn es ein bißchen wirr erscheint: ist alles nur brainstorming. wir brauchen jetzt einen klugen koppf, der das ganze sortiert.

wie wär's taane? hol dir ein bienchen ab...

convulsive_flesh_machine Offline




Beiträge: 2.982

05.06.2007 19:54
Wo bin ich dann? antworten
Zitat -
thopmas schrieb am 05.06.2007 12:33:


außerdem: wenn mein früheres ich nicht ins labor geht (ich mich also selbst überzeuge), dann dürfte es mich (als zeitreisenden) ja nie gegeben haben, weil ich ja nie ins labor gehe und den zeitsprung mache.

darum hab ich ja geschrieben, dass ich als zeitreisender in dem moment verschwinden müsste, in welchem ich mich in der vergangenheit davon überzeugt habe, nicht ins labor zu gehen.










also grundsätzlich würde ich in dieselbe richtung wie du argumentieren (kurz: bringe ich mein früheres ich davon ab, ins labor zu gehen, verschwinde ich selbst). aber das problem, das ich sehe, ist vielmehr, wenn mein früheres ich nicht ins labor geht, dann hat es mich als zeitreisenden nie gegeben (voraussetzung: zeit ist linear). mein problem ist jetzt: wie kann bzw. Kann sich mein früheres ich an etwas (mich) erinnern, daß es nie gegeben hat. und wie kann etwas das ist (ich als mir bewusstes wesen) zu nichts werden (das widerspricht den gesetzen der physik).





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convulsive_flesh_machine Offline




Beiträge: 2.982

05.06.2007 20:02
Wo bin ich dann? antworten
Zitat -
Thomas schrieb am 05.06.2007 12:33:


paralleler zeitstrang:
... wer garantiert, dass alle anderen dinge, genauso geschehen, wie zu der zeit, als ich ins labor gegangen bin?

... ich versuche, das ganze von außen zu betrachten: nochmal von vorn: da ist die zeitschiene, wie aus den geschichtsbüchern. man geht ein stück zurück und verändert etwas. ich würde an diese stelle eine weiche in der zeitschiene sehen, denn es entsteht ja ein anderer verlauf.










zu deinem ersten punkt: das sehe ich auch so. man würde die zeitlinie verändern. es sei denn, man flüchtet ungesehen in die wildnis. aber eigentlich hinterläßt man notwendig wirkung.

________
zu deinem zweiten punkt: würde das nicht beinhalten, daß es zwei zeitstrahle/-linien nebeneinander geben müsste?





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thomas Offline




Beiträge: 1.458

06.06.2007 10:32
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würde das nicht beinhalten, daß es zwei zeitstrahle/-linien nebeneinander geben müsste?

ja klar, deshalb ja auch PARALLELER ZEITSTRANG

convulsive_flesh_machine Offline




Beiträge: 2.982

08.06.2007 12:07
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danke für deine antworten. hat es mir klarer gemacht. werd' aber nochmal drüber nachdenken.





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